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Ein ganz normaler Sonntagsausflug?

Mist, eigentlich war doch für heute schlechtes Wetter angesagt und nicht Sonnenschein mit ein paar weißen Wattewölkchen am Himmel…da kann man sich ja gar nicht guten Gewissens daheim auf der Couch verkriechen, sondern MUSS einfach an die frische Luft!
So weit so gut: Cornelia angerufen, schnell verabredet und in die Wanderklamotten geschmissen - schon geht es los in Richtung Bojernhof. Das erste freudige Strahlen zaubert uns ein süßer, kleiner Pfad, mit toller Aussicht aufs Gesicht - erwartet hatten wir eher eine Straße, aber so ist es doch viel schöner! Vom Bojernhof folgen wir den Wanderschildern - und nicht zuletzt der Erinnerung und Intuition meiner Begleiterin - in Richtung Zellerberggipfel. Der ist nämlich nicht beschildert und nur mit Hilfe der „Stoamandl“ zu finden. Einmal den Einstieg gefunden, geht es über Wurzeln, rutschige Passagen und etwas Schnee hinauf bis zum eher unscheinbaren, aber doch schönen Gipfel. Wären da nicht doch so langsam die vielen grauen Wolken, könnte man schön in Richtung Alpen blicken…

Uns wird es jedoch schnell zu frisch und so visieren wir unser nächstes Ziel an: den Zinnkopf! Tja, einfacher gesagt als getan. Beim Abstieg stoßen wir auf ziemlich tiefen Schnee mit nur einer einsamen Spur: ein Luchs, ein Dachs oder wer ist da schon vor uns gegangen? Auch ohne die „gelben Schilder“ und mit immer kälter werdenden Füßen genießen wir das Knirschen des Schnees und die Einsamkeit. Als der tiefe Schnee ein Ende nimmt gibt es hinter der Rabenmoosalm eine kurze Verschnaufpause, bevor es weitergeht. Da es mittlerweile fast unmöglich ist, dem Schnee auszuweichen, ergeben wir uns in unser Schicksal und stapfen munter drauf los bis an die Spitze des Zinnkopfes. Wobei, „Spitze“ hier nicht das richtige Wort ist – der Gipfel gleicht eher einer großen Kuppel, bietet dafür aber schön viel Platz (theoretisch auch zum Sonnen…).

Den Blick über den Chiemsee genießen wir nur kurz, bevor es auf der anderen Seite in Richtung Siegsdorf wieder talwärts geht. Dachten wir vorher ernsthaft, wir wären durch viel Schnee gestapft? DAS war noch gar nichts. Auf unserem, schnurgerade abwärts führenden, Weg durch den Wald, versinken wir teilweise bis über die Knie im Schnee - und haben dabei den größten Spaß! Schnell erreichen wir mittels hüpfen, stapfen und rutschen die Forststraße, von welcher aus es nur noch ein kleines Stück bis zur Bahnstation Höpfling ist und wir in den Zug zurück nach Ruhpolding steigen.

Fazit dieser spontanen Sonntagstour? Ich schätze mich immer wieder glücklich, in dieser tollen Gegend leben zu dürfen, sie zu entdecken und einfach zu genießen – da sind dann auch die nassen Füße und klammen Finger schnell vergessen! Im Gipfelbuch am Zinnkopf steht ein ungewöhnlich langer Text über die Dankbarkeit für unsere Heimat, dass wir dieses Geschenk, die Landschaft in der wir leben, genießen sollen, so oft wir können. Ich finde, der Verfasser dieses Eintrags hat definitiv recht!

Sie wollen auch gerne unsere schöne Gegend erkunden – egal ob mit oder ohne Schnee? Wir sind gespannt, was Sie auf Ihren Wanderungen bei uns entdecken!

>>hier geht es zu den Wanderimpressionen
 
 
 
 
 
07.03.2016
Kristina
 
 

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Markus