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Auf einen guten Rutsch!

Der Chiemgau Coaster ist garantierter Familienspaß. Auf Schienen saust man in Schlitten hinab und will unten nur eins: noch mal fahren. Pauline (12) und Mia (11) stellen die Rodelbahn vor. Anschnallen und los!
„Wir fahren immer nur Vollgas“, stellen Mia und Pauline gleich mal klar. Die beiden Freundinnen kennen den Chiemgau Coaster aus dem Effeff. Langweilig wird ihnen das Hinuntersausen trotzdem nie. Freudig stellen sie sich in die Schlange und warten bis der nächste freie Schlitten für sie einsteigebereit ist. Dann setzt sich Pauline nach hinten, Mia schlüpft nach vorne. Ab sieben Jahren und einer Größe von mindestens 1,40 Meter dürfen junge Piloten alleine Coaster fahren und ab vier Jahren in Begleitung eines Erwachsenen. Die beiden Freundinnen sitzen immer gemeinsam in einem Schlitten, weil das viel mehr Spaß bringt, sagen sie.

Beide schnallen sich mit dem Sicherheitsgurt an, der sich während der gesamten Fahrt nicht öffnen lässt. Ein Mitarbeiter der Bahn kontrolliert, ob alles sitzt, bevor die Bergauffahrt beginnt. Dafür klemmt sich der Schlitten automatisch und sicher auf das Förderseil und wird langsam und gerade nach oben gezogen. Nach circa 150 Metern überqueren Pauline und Mia in fünf Metern Höhe eine Straße und danach geht’s zuerst unter der Rodelbahn durch und dann darüber hinweg. Aus den Schlitten, die in diesem Moment hinabfahren, hört man lautes Gejauchze. Die Mädchen werden ganz hibbelig, die Auffahrt geht ihnen eindeutig zu langsam. Dann ist die Waldgrenze erreicht und schließlich sind sie an der Bergstation und somit am Coaster-Start angekommen. Sanft klickt sich der Schlitten von alleine aus. Er gleitet um eine flache Linkskurve und endlich liegt vor den Freundinnen die Abfahrt. Pauline, die hinten sitzt, hat das Tempo in der Hand. Rechts und links am Schlitten ist jeweils ein Hebel. Drückt Pauline ihn nach vorne, beschleunigt der Schlitten, zieht sie ihn nach hinten, wird er abgebremst. „Aber wir bremsen eigentlich nie“, lacht die 12-Jährige und gibt Gas.

Schon auf den ersten Metern und in der ersten Kurve nehmen die Zwei richtig Geschwindigkeit auf. Mia, die vorne sitzt, hält sich mit den Händen am Griff fest, macht sich ganz klein und windschlüpfrig. Sie schreien vor Freude. Bis zu 40 Stundenkilometer kann der Schlitten schnell werden. Am höchsten ist das Tempo gleich nach der Ausfahrt aus dem Wald. Eben ist es noch schattig und die Bäume zum Greifen nah und im nächsten Moment ist alles frei. Vor dem Duo breitet sich der ganze Ruhpoldinger Talkessel aus, dahinter der Rauschberg. Das Panorama interessiert Pauline und Mia grad allerdings gar nicht. Sie nähern sich einem Jump und dem ersten Kreisel, knapp acht Metern hoch. In dessen Zentrum blickt man kurz genau auf die Turmspitze der Pfarrkirche St. Georg. Wer das erste Mal Coaster fährt, ist meist so konzentriert, dass er ihn nicht wahrnimmt. „Ich sehe ihn immer“, sagt Pauline. Die Flugkräfte im Kreisel sind enorm. Die Mädchen werden ordentlich geschüttelt. Sie lieben das!

Es folgen zwei 180 Grad Kurven - eine rechts rum, eine links rum - die der Kunsteisbahn am Königssee nachempfunden sind. Pauline und Mia legen sich mit ihrem ganzen Gewicht ins Zeug, das macht noch schneller. Dann folgt schon der zweite Kreisel der Rodelanlage. Er erinnert an das legendäre Fahrgeschäft „Wilde Maus“ auf dem Oktoberfest, eine Achterbahn ohne Loopings. Man kommt relativ eben hinein in den Kreisel, bevor die Schienen abrupt nach unten weggehen. Ein Gefühl, als falle man in ein Loch. „Und man sieht kurz auf den Maibaum im Ort“, weiß Mia. Voll Karacho schießen die Mädchen über die Bahn. Eine lange Linkskurve leitet sie in den flacheren Bahnteil, der ganz nah über dem Wiesenboden verläuft. Pauline und Mia cruisen durch harmonische Kurven und über kleinere Sprünge. Am Ende drosselt das automatische Bremssystem das Tempo ihres Schlittens herunter. Das verhindert Auffahrunfälle. Erst nach der Markierung können sie die Sicherheitsgurte öffnen und aussteigen. Ihr Schlitten fährt alleine weiter zum Einstieg. Hinter den Freundinnen liegen 770 Meter Abfahrt, 78 Meter Höhendifferenz, zwei Kreisel, sieben Steilkurven, drei Jumps, fünf Brücken und 14 Wellen. Eh klar, dass es damit noch lange nicht genug ist. Der Chiemgau Coaster hat bei fast jedem Wetter geöffnet, auch bei Regen. Es werden einfach Hauben über den Schlitten gezogen. Sogar im Winter verspricht er Action für Groß und Klein. Festmontierte Plexiglas-Hauben schützen dann vor eisigem Fahrtwind und Schneefall. So lange wollen Pauline und Mia nicht warten, logisch. Sie springen ums Kassenhäuschen herum und stehen schon wieder in der Schlange für die nächste Fahrt. Diesmal darf Pauline nach vorne und Mia sitzt hinten. Auf geht’s, und ja nicht bremsen!

www.chiemgau-coaster.de
 
 
 
 
 
 
Kathrin Thoma-Bregar
 
 

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