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Jetzt werd g'heiratet - Teil 3

So langsam kommt die diesjährige Hochzeitssaison in Schwung und somit ist es auch an der Zeit, dass wir endlich zu Ende erzählen, wie eine echte Ruhpoldinger Trachtenhochzeit abläuft...

Das Brautstehlen

In Ruhpolding gibt es sehr strenge Regeln, wann die Buam berechtigt sind, Braut und Ehrenmutter zu stehlen – der Ablauf kann aber in jedem Ort anders ausschauen! In Ruhpolding ist es der Brauch, dass nach Kaffee und Kuchen der Musik eine Runde Schnaps gezahlt wird, man sich seine „forstgreane Joppm“ (Anzugjacke) anzieht, den Hut aufsetzt und dann Braut mit Brautstrauß (!) sowie die Ehrenmutter zum Tanz auffordert und nach ein paar Umdrehungen verschwindet… immer ein gutes Zeichen, denn jeder freut sich auf das Weinstüberl!

Das Weinstüberl

Leider meistens viiiel zu kurz, ist das Weinstüberl eines der Highlights. Jeder männliche Hochzeitsgast sucht sich sein „Weinstüberl-Dirndl“ und gemeinsam marschiert man (eingehakt) ins Weinstüberl. Es wird getanzt, gefeiert, gelacht und… Wein getrunken. Da die Zeit von meist nur 3-4 Stunden sehr wertvoll ist, sind die Gäste von Anfang an voll dabei. Früher war es überall der Brauch, heute nur noch in Ruhpolding, dass das Weinstüberl-Dirndl ihrem Weinstüberl-Bua eine Zigarettengirlande auf den Hut steckt. Auch ein Nichtraucher kann die Girlande tragen, es schaut so oder so fesch aus!

Schenken und Weisen

Erst nach dem Abendessen wird offiziell zur Hochzeit gratuliert und die Geschenke an das Brautpaar übergeben. Ehrenmutter und Brautführer nehmen „das Weisat“ an und das Kranzlpaar verstaut es zugleich im Auto, damit das Brautpaar am nächsten Tag nur noch gemütlich zu Hause auspacken muss. Im Anschluss darf jeder einen Schluck vom Ehrentrunk, gesponsert vom Brautführer, nehmen.

Die Ehrentänze

„Es hat die Ehre aufzutreten…“ – wieder in festgelegter Reihenfolge leitet der Hochzeitslader die Ehrentänze ein. Den Anfang darf die Braut gemeinsam mit dem Brautführer machen. Ein nicht unbedeutender Teil der Ehrentänze sind natürlich auch die Trachtler, die dem Brautpaar den Schnaggei-Walzer und Kronentanz widmen. Bei Zweiterem wird es meist sehr sentimental, denn alle, die mit Braut oder Bräutigam bei den „Aktiven“ (das sind Trachtler ab 16 Jahren bis zur Hochzeit) waren - selbst die bereits Verheirateten - werfen sich nochmal in ihre alte Tracht.

Das „Aussespain“

Offiziell endet eine Trachtenhochzeit um Punkt 0:00 Uhr. Kurz vorher versammeln sich noch einmal alle Hochzeitsgäste und bilden einen großen Kreis.Die Lichter gehen aus, die Kerzen werden angezündet und das Brautpaar tanzt den letzten Tanz seiner Hochzeit. Danach werden Braut und Bräutigam mit Musik zum Hochzeitsauto gespielt und alle sagen noch einmal „Pfiade“…
… und ein schöner, aber programmreicher Tag endet…

Wenn ihr noch mehr über unsere Traditionen und Bräuche erfahren möchtet, dann schaut doch mal in unseren Veranstaltungskalender - denn wir feiern unsere Heimat das ganze Jahr über mit euch!


Bilder: Ehepaar Goggitsch / Ruhpolding 2017
 
 
 
 
 
 
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