Nächster Halt: Ruhpolding
1895 war verkehrstechnisch ein bedeutendes Jahr. Mit einem benzinbetriebenen Omnibus von Carl Benz startete die erste Bus-Linie der Welt. Graf Zeppelin reichte für seine Luftschiff-Erfindung das Patent ein und in Ruhpolding wurde der Bahnhof eingeweiht. Bis heute steigen an Gleis 2 Gäste und Urlauber aus.
Der schmucke kleine Bahnhof liegt zentral und mitten in Ruhpolding. Das zweigeschossige Hauptgebäude ist im villenartigen Wohnhausstil erbaut. Es trägt ein Walmdach und zweiflügelige Sprossenfenster. Wie es sich für einen Gebirgsort geziemt, sind seine Außenwände mit Felsgestein verkleidet.
Tag der Ruhpoldinger Bahnhofseinweihung war der 9. November 1895. Die neue Lokalbahn auf der Strecke Traunstein-Ruhpolding hatte schon ein paar Wochen zuvor Fahrt aufgenommen. Es war ein denkwürdiges Ereignis, dem jahrelange zähe Verhandlungen vorausgingen. Ein Traunsteiner Brauereibesitzer wollte seinen Grund partout nicht hergeben. Schließlich drohte man ihm mit Zwangsenteignung und Bierstreik – das wirkte. Im Juli 1984 begann das Verlegen der Schienen auf der 13,206 Kilometer langen Strecke.
Ein Jahr später saßen über 300 Personen im ersten Zug nach Ruhpolding. Sie wurden gratis befördert, 55 Minuten brauchte die schnaufende Lokomotive. Heute beträgt die Fahrtzeit 22 Minuten. Am Ruhpoldinger Kopfbahnhof ist Endstation. Überlegungen die Verbindung bis nach Reit im Winkl fortzuführen, sind längst verworfen.
Dank der Lokalbahn konnte damals nicht nur Lang- und Papierholz schnell und einfach gen Norden transportiert werden, Ruhpolding avancierte auch zum beliebten Ausflugsort. Gäste und Urlauber kamen in Scharen. Um 1900 stockte man Personenwagen auf, an Sonn- und Feiertagen fuhren zusätzliche Züge. Was für ein Anblick! Damen in langen, wallenden Röcken mit feinen Hüten auf den frisierten Köpfen flanierten an den Armen ihrer Gatten, die mit dem Spazierstock weltmännisch auf die umliegenden Gipfel wiesen. In den 1930er empfing man die Gäste mit Blasmusik. Die Kapelle spielte den ganzen Tag, von morgens bis abends. An den Gleisen standen Vermieter mit Leiterwagen bereit. Legendär der Begrüßungsjodler vom Zeller Sepp, amüsant die jungen Burschen mit ihren schmachtenden Blicke auf die hübschen Stadtmädchen.
Bis heute treffen am Ruhpoldinger Bahnhof täglich Urlauber ein, auch wenn das Auto die Bahn als bevorzugtes Reisegefährt längst abgelöst hat. Über zwei Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in die sensible Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes investiert. Ein neuer Bahnsteig ermöglicht einen bequemen und stufenfreien Einstieg. An die ehemalige Güterhalle wurde angebaut, hier befindet sich nun die Tourist-Information. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Gäste und Urlauber. Im Bahnhofshauptgebäude sind Bürgerbüro, das Büro für Meldewesen, ein Versammlungsraum sowie öffentliche Toilettenanlagen mit behindertengerechtem WC untergebracht. In den Dienstwohnungen und Dienstzimmern im Ober- und Dachgeschoss befinden sich die Marketingabteilung der Ruhpoldinger Tourismus GmbH und Archivräume.
Der Ruhpoldinger Bahnhof ist in 125 Jahren geblieben was er war: Ein Ort der Begegnung und Endstation im besten Sinne.
Tag der Ruhpoldinger Bahnhofseinweihung war der 9. November 1895. Die neue Lokalbahn auf der Strecke Traunstein-Ruhpolding hatte schon ein paar Wochen zuvor Fahrt aufgenommen. Es war ein denkwürdiges Ereignis, dem jahrelange zähe Verhandlungen vorausgingen. Ein Traunsteiner Brauereibesitzer wollte seinen Grund partout nicht hergeben. Schließlich drohte man ihm mit Zwangsenteignung und Bierstreik – das wirkte. Im Juli 1984 begann das Verlegen der Schienen auf der 13,206 Kilometer langen Strecke.
Ein Jahr später saßen über 300 Personen im ersten Zug nach Ruhpolding. Sie wurden gratis befördert, 55 Minuten brauchte die schnaufende Lokomotive. Heute beträgt die Fahrtzeit 22 Minuten. Am Ruhpoldinger Kopfbahnhof ist Endstation. Überlegungen die Verbindung bis nach Reit im Winkl fortzuführen, sind längst verworfen.
Dank der Lokalbahn konnte damals nicht nur Lang- und Papierholz schnell und einfach gen Norden transportiert werden, Ruhpolding avancierte auch zum beliebten Ausflugsort. Gäste und Urlauber kamen in Scharen. Um 1900 stockte man Personenwagen auf, an Sonn- und Feiertagen fuhren zusätzliche Züge. Was für ein Anblick! Damen in langen, wallenden Röcken mit feinen Hüten auf den frisierten Köpfen flanierten an den Armen ihrer Gatten, die mit dem Spazierstock weltmännisch auf die umliegenden Gipfel wiesen. In den 1930er empfing man die Gäste mit Blasmusik. Die Kapelle spielte den ganzen Tag, von morgens bis abends. An den Gleisen standen Vermieter mit Leiterwagen bereit. Legendär der Begrüßungsjodler vom Zeller Sepp, amüsant die jungen Burschen mit ihren schmachtenden Blicke auf die hübschen Stadtmädchen.
Bis heute treffen am Ruhpoldinger Bahnhof täglich Urlauber ein, auch wenn das Auto die Bahn als bevorzugtes Reisegefährt längst abgelöst hat. Über zwei Millionen Euro wurden in den vergangenen Jahren in die sensible Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes investiert. Ein neuer Bahnsteig ermöglicht einen bequemen und stufenfreien Einstieg. An die ehemalige Güterhalle wurde angebaut, hier befindet sich nun die Tourist-Information. Sie ist die zentrale Anlaufstelle für alle Gäste und Urlauber. Im Bahnhofshauptgebäude sind Bürgerbüro, das Büro für Meldewesen, ein Versammlungsraum sowie öffentliche Toilettenanlagen mit behindertengerechtem WC untergebracht. In den Dienstwohnungen und Dienstzimmern im Ober- und Dachgeschoss befinden sich die Marketingabteilung der Ruhpoldinger Tourismus GmbH und Archivräume.
Der Ruhpoldinger Bahnhof ist in 125 Jahren geblieben was er war: Ein Ort der Begegnung und Endstation im besten Sinne.