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Ohne Toupieren geht gar nichts

Nein, die Zöpfe sind nicht echt – so viel schon einmal vorweg. Die Frage nach der Echtheit unserer Zöpfe bekommen wir Trachtenmädls nicht selten gestellt, auch wenn wir mit unseren Antworten oftmals Illusionen zerstören. Als eingefleischte Trachtlerin verrate ich in diesem Beitrag – wirklich nur ausnahmsweise - wie eine richtige „Gretlfrisur“ entsteht, in der Hoffnung, dass meine Kameradinnen nicht böse sind.

Natürlich gibt es Mädchen und Frauen, die für die Gretlfrisur, bei uns auch „Gredei“ oder „Kreta“ genannt, ihre eigenen Haare verwenden können. Ich, leider nicht mit dichtem, langem Haar gesegnet, muss auf meine beiden nicht von mir stammenden Zöpfe bauen... sehen aber wirklich echt aus!
Ich bin zwar auch selber in der Lage, mir die Frisur hochzustecken, trotzdem sind mir die Ergebnisse meiner Mama wesentlich lieber, die meiner Meinung nach Meisterin im „Gredeimachen“ ist. Erste und wichtigste Aufgabe ist, das gesamte Haar zu toupieren. Danach wird alles zurückgekämmt, sodass oberhalb der Stirn bzw. am Haaransatz noch Volumen – wir nennen sie „Tolle“ - vorhanden ist. Die Haare werden zwischenzeitlich ganz locker zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden. Jetzt kommt der Teil, bei dem meine Mama und ich manchmal aneinander geraten - so ganz nach dem Motto „Hauptsach, es hebt (Hauptsache, es hält)“ steckt sie zunächst den dünneren Zopf kreisförmig mit Haarnadeln (Achtung Schmerz!) an meinem Hinterkopf fest, sodass aber die „Tolle“ noch vorhanden bleibt. Danach legt sie den dickeren Zopf in Gegenrichtung auf den dünneren, stellt ihn ein wenig auf, und platziert auch hier ihre extrem fiesen Haarnadeln (kleine Anmerkung am Rande: Aufgrund der Beulen ist eine Glatze danach ungeeignet). Sitzen beide Zöpfe ganz fest, kann der Pferdeschwanz geöffnet und die Haare mit einem Haarnetz und viel Haarlack nach unten gekämmt und unterhalb der beiden Zöpfe festgemacht werden. So einfach ist das…

Die Frisur ist im Übrigen typisch für die Chiemgauer Trachtenvereine, haben sich aber trotzdem in den letzten Jahrzehnten überall etwas anders entwickelt.

Wer sich gerne mal eine ganze „Gruppe“ Gretlfrisuren anschauen möchte, der sollte unbedingt einen der Ruhpoldinger Heimatabende oder das Ruhpoldinger Dorffest besuchen! Mehr zum Thema Tracht und Tradition gibt es auch >>hier
 
 
 
 
 
20.05.2016
Katharina
 
 

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