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Von Kühen, Wanderern, Hunden und einer Portion Rücksichtnahme

Radl-, Wander- und Almsaison sind in vollem Gange – dass es da schon mal zu Interessenskonflikten kommt ist völlig normal, aber wenn alle Parteien ein bisserl aufeinander Rücksicht nehmen und ein paar Regeln beachten klappt das Miteinander ganz gut.
Das Wichtigste gleich vorweg: während des Almsommers sind die Kühe die uneingeschränkten Chefs auf den Almen! Auch wenn auf den Ruhpoldinger Almen das klassische Jungvieh (umgangssprachlich Keuma oder Kaibe) vorherrscht, findet man auch immer wieder Milchkühe (Milikia) die auf der Alm gemolken werden. Seit ein paar Jahren ist noch eine weitere, nicht ganz ungefährliche Gruppe dazugekommen: die Mutterkühe mit ihren Kälbern. Ein Stier, meist unglaublich groß und beeindruckend, ist oft mit von der Partie. Der ist aber meist der unproblematische Part dieser Gruppe, kümmert er sich schließlich um seine Kuhmädels und lässt Wanderer links liegen. Schwierig wird es eher bei den wahnsinnig neugierigen und unglaublich süßen (!) Kälbchen bzw. deren Müttern mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt. Um keine heftigen Reaktionen hervorzurufen gilt: Kälber weder anlocken noch anfassen, sondern einfach aus der Ferne anhimmeln 😉 Sollte die Kuh den Kopf senken und mit den Füßen scharren, ist Vorsicht und ein kontrollierter Rückzug geboten – dabei langsam rückwärts bewegen und die Kuh bzw. Herde im Blick behalten. Übrigens: Kühe sehen nicht besonders gut, mögen es aber trotzdem – oder gerade deswegen – nicht, wenn man ihnen direkt in die Augen schaut.

Das Thema Hunde und Kühe sollte mittlerweile eigentlich auch bekannt sein, deswegen hier nur nochmal in Kürze:

- Die Kuh setzt einen Hund gleich mit dem Wolf und somit einer potenziellen Gefahr für die Herde
- Hunde im Almgebiet angeleint lassen und zur kuhabgewandten Seite nah am Menschen führen
- Sollte die Herde (oder einzelne Kuh) dennoch eindeutige Anzeichen von Aggression gegenüber Mensch oder Hund zeigen, dann – und nur dann – den Hund unbedingt loslassen und nicht versuchen ihn zu beschützen. Der Hund ist im Zweifelsfall schneller als die Kuh und kann sich selber am besten in Sicherheit bringen!

Letztlich geht es – wie so oft– einfach um gegenseitige Rücksichtnahme und ein gewisses Maß an Bedacht. Egal ob zwischen Wanderer und Radlfahrer oder Mensch und Kuh. Das Wissen um die Bedürfnisse und Interessen des jeweils anderen gepaart mit dem Willen Rücksicht zu nehmen, hilft auf jeden Fall weiter. Vielleicht nimmt man sich ja einfach mal die Zeit, eine Kuhherde mit Abstand zu beobachten, die verschiedenen Charaktere zu entdecken und das Verhalten zu interpretieren. Dabei kann man eine Menge lernen und obendrein herrlich entspannen!

Ein paar geeignete Platzerl dafür finden sich mit Sicherheit auf den Ruhpoldinger Almen!
 
 
 
 
 
 
09.07.2019
Cornelia
 
 

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